Schlafen bei Hitze: 9 Tipps für kühle Sommernächte
Bei Hitze schlafen wir schlecht, weil der Körper nachts nicht genug abkühlen kann. Am meisten hilft ein Schlafzimmer, das Sie tagsüber verdunkeln und erst nachts oder am frühen Morgen lüften. Dazu kommen eine leichte Sommerdecke statt der Winterdecke, Bettwäsche aus Leinen oder Baumwolle und eine lauwarme Dusche vor dem Schlafengehen. Ein Ventilator bringt Erleichterung, sollte aber nicht direkt auf Sie gerichtet sein.
Es ist 23 Uhr, draußen hat es immer noch 25 Grad, und im Schlafzimmer steht die warme Luft des Tages. Sie drehen sich von einer Seite auf die andere, die Decke ist zu warm, ohne Decke fehlt etwas. Solche Nächte kennt fast jeder, und sie werden mit jedem Sommer häufiger. Die gute Nachricht: Mit ein paar einfachen Handgriffen schlafen Sie auch bei Hitze deutlich besser.
Warum wir bei Hitze so schlecht schlafen
Damit wir einschlafen, muss die Körpertemperatur am Abend leicht sinken. Der Körper gibt dafür Wärme über die Haut ab, vor allem über Hände, Füße und Gesicht. Ist die Luft im Schlafzimmer genauso warm wie die Haut, gelingt das kaum. Die Folge: Wir schlafen schwerer ein, wachen öfter auf, und der erholsame Tiefschlaf wird kürzer. Am Morgen fühlen wir uns wie gerädert.
Als ideal für das Schlafzimmer gelten etwa 16 bis 18 °C. In einer Hitzewelle ist das kaum zu schaffen, aber jedes Grad weniger hilft. Warum die Temperatur so wichtig ist, lesen Sie in unserem Ratgeber Gut schlafen im Winter. Hier geht es darum, wie Sie im Sommer möglichst nah herankommen.
Die 9 Tipps auf einen Blick
- Tagsüber verdunkeln: Fenster, Rollläden und Vorhänge geschlossen halten.
- Nachts lüften: Erst öffnen, wenn es draußen kühler ist als drinnen.
- Ventilator richtig nutzen: Luft bewegen, aber nicht direkt auf den Körper.
- Luftfeuchtigkeit senken: Schwüle Luft fühlt sich wärmer an, als sie ist.
- Den Körper kühlen: lauwarm duschen, Füße und Handgelenke kühlen.
- Sommerdecke statt Winterdecke: leicht und atmungsaktiv.
- Leinen und Baumwolle: Bettwäsche, die Feuchtigkeit aufnimmt.
- Leichte Nachtwäsche oder gar keine: eine dünne Schicht aus Naturfasern.
- Den Abend leicht halten: wenig Alkohol, leichtes Essen, genug trinken.
1. Halten Sie die Hitze tagsüber draußen
Der wichtigste Schritt passiert lange vor dem Schlafengehen. Sobald die Sonne auf die Fenster scheint, sollten Fenster, Rollläden und Vorhänge geschlossen bleiben. Außenliegende Rollläden oder Markisen halten die Hitze besser ab als Vorhänge, weil die Sonne gar nicht erst auf die Scheibe trifft. Helle, dichte Vorhänge sind die zweitbeste Lösung.
Schalten Sie außerdem alles aus, was im Schlafzimmer Wärme erzeugt: Fernseher, Laptop, Ladegeräte und Lampen mit alten Glühbirnen. Wer im Dachgeschoss schläft, zieht in einer Hitzewelle für ein paar Nächte am besten in einen kühleren Raum im Erdgeschoss um.
2. Lüften Sie zur richtigen Zeit
Lüften hilft nur, wenn die Luft draußen kühler ist als drinnen. Das ist meist spät am Abend, in der Nacht und am frühen Morgen der Fall. Dann öffnen Sie die Fenster weit und sorgen am besten für Durchzug, indem Sie auch auf der gegenüberliegenden Seite der Wohnung ein Fenster öffnen. Schließen Sie die Fenster am Morgen wieder, bevor es draußen warm wird.
Wenn Sie bei offenem Fenster schlafen, achten Sie darauf, dass der Luftzug nicht direkt über das Bett streicht. Zugluft auf dem verschwitzten Körper kann zu Verspannungen im Nacken oder einer Erkältung führen. Gegen Mücken hilft ein Fliegengitter.
3. Nutzen Sie den Ventilator mit Bedacht
Ein Ventilator kühlt die Luft nicht, aber er bewegt sie. Dadurch verdunstet Schweiß schneller auf der Haut, und das fühlt sich kühler an. Ein kleiner Trick verstärkt den Effekt: Stellen Sie eine Schüssel mit Eiswürfeln oder kaltem Wasser vor den Ventilator.
Richten Sie den Ventilator aber nicht direkt auf sich, sondern so, dass er die Luft im Raum bewegt. Wenn das Geräusch Sie stört, lassen Sie ihn vor dem Schlafengehen laufen und schalten ihn aus, wenn Sie sich hinlegen. Das Gleiche gilt für ein Klimagerät: Kühlen Sie den Raum vor, statt die ganze Nacht ein lautes Gerät laufen zu lassen, und stellen Sie es nicht zu kalt ein.
4. Senken Sie die Luftfeuchtigkeit
Schwüle Luft fühlt sich wärmer an, als sie ist, weil der Schweiß auf der Haut schlechter verdunstet. Ein Luftentfeuchter kann helfen, ein Klimagerät entfeuchtet die Luft meist nebenbei mit. Den alten Tipp, nasse Handtücher im Schlafzimmer aufzuhängen, sehen wir skeptisch: Die Verdunstung kühlt den Raum zwar ein wenig, erhöht aber gleichzeitig die Luftfeuchtigkeit. Bei trockener Hitze kann er helfen, bei schwülem Wetter macht er es eher schlimmer.
5. Kühlen Sie Ihren Körper, nicht nur den Raum
Mit ein paar einfachen Handgriffen helfen Sie Ihrem Körper, Wärme abzugeben:
- Lauwarm statt eiskalt duschen: Eine eiskalte Dusche fühlt sich zuerst herrlich an, doch danach regt der Körper seine Wärmeproduktion an. Eine lauwarme Dusche kurz vor dem Schlafengehen kühlt länger. Trocknen Sie sich danach nur leicht ab, die Restfeuchte auf der Haut verdunstet und kühlt.
- Handgelenke und Füße kühlen: Halten Sie die Handgelenke ein paar Minuten unter kaltes Wasser oder nehmen Sie ein kurzes kühles Fußbad.
- Kühlakku oder Körnerkissen: Ein in ein Tuch gewickelter Kühlakku oder ein Körnerkissen aus dem Gefrierfach an Füßen, Nacken oder Bauch bringt schnelle Erfrischung. Eine Wärmflasche mit kaltem Wasser tut es auch.
- Kissenbezug oder Laken kurz kühlen: Legen Sie Kissenbezug oder Laken in einer Tüte für etwa eine Stunde in den Kühlschrank. Der Effekt hält nicht lange, macht das Einschlafen aber angenehmer.
- Minze: Pflegeprodukte mit Menthol oder ein Tropfen Minzöl, etwa auf den Füßen, vermitteln ein frisches Gefühl. Bitte nicht in die Nähe der Augen und nicht bei Kleinkindern.
6. Tauschen Sie die Winterdecke gegen eine Sommerdecke
Eine warme Daunendecke ist im Winter ein Genuss, im Hochsommer aber meist zu viel. Viele behelfen sich dann mit dem leeren Bettbezug oder einem Laken. Das ist besser als zu schwitzen, aber eine leichte Sommerdecke ist die bessere Lösung: Sie gibt das vertraute Gefühl des Zugedecktseins, nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab, statt sie wie ein dünnes Laken direkt auf der Haut zu lassen.
- Leichte Daunendecken: Eine Sommer-Daunendecke mit wenig Füllung wiegt kaum etwas und gleicht Temperatur und Feuchtigkeit gut aus, zum Beispiel unsere RUMÖLLER BASIC Daunendecke „Premium Hochsommer“.
- Naturhaardecken: Kamelhaar oder Alpaka nehmen besonders viel Feuchtigkeit auf und sind ideal, wenn Sie leicht schwitzen. Die RUMÖLLER SUPREME Naturhaardecke „Kamelhaar“ extraleicht ist eine gute Wahl für warme Nächte.
- Faserdecken: pflegeleicht, bei 60 °C waschbar und eine gute Wahl für Allergiker.
Welche Füllung und welche Wärmestufe zu Ihnen passt, lesen Sie in unserem Ratgeber Welche Bettdecke passt zu mir? Wenn Sie nachts auch ohne Hitze oft schwitzen, finden Sie die Ursachen in Nachts schwitzen: Ursachen und was wirklich hilft.
7. Schlafen Sie auf Leinen oder Baumwolle
Über die Haut gibt der Körper nachts bis zu einem halben Liter Flüssigkeit ab, in heißen Nächten eher mehr. Die Bettwäsche sollte diese Feuchtigkeit aufnehmen und schnell wieder an die Luft abgeben. Das können Naturfasern deutlich besser als Kunstfasern.
- Leinen: der Klassiker für den Sommer. Leinen fühlt sich kühl an, nimmt viel Feuchtigkeit auf, bevor es sich feucht anfühlt, und trocknet schnell. Mehr dazu in Leinen-Bettwäsche: Vorteile, Nachteile und Halbleinen.
- Perkal: fest gewebte Baumwolle, matt, kühl und knackig frisch. Mehr dazu in Was ist Perkal-Bettwäsche?
- Seide: glatt, leicht und temperaturausgleichend, ein Luxus für heiße Nächte. Mehr dazu in Was ist Seiden-Bettwäsche?
Bettwäsche aus Biber oder Flanell sollten Sie im Sommer in den Schrank legen, sie hält die Wärme fest. Wie sich die Stoffe unterscheiden, lesen Sie in unserem Ratgeber Bettwäsche-Stoffe im Vergleich. Leichte Sommer-Bettwäsche finden Sie bei unserer Leinen-Bettwäsche und Perkal-Bettwäsche.
Wechseln Sie die Bettwäsche im Sommer häufiger, am besten einmal pro Woche. Ein zweiter Satz im Schrank macht das einfach.
8. Tragen Sie wenig, aber das Richtige
Ein dicker Schlafanzug wirkt unter der Decke wie eine zweite Decke. Besser ist eine einzige, leichte Schicht aus Baumwolle, Leinen oder Seide, die Schweiß aufnimmt und die Haut atmen lässt: ein kurzer Pyjama, ein leichtes Nachthemd oder ein dünnes T-Shirt. Kunstfasern wie Polyester sollten Sie meiden.
Und wenn Sie es ganz leicht mögen: Auch nackt zu schlafen kann in heißen Nächten angenehm sein. Was dafür und dagegen spricht, lesen Sie in Nackt schlafen: Ist textilfreies Schlafen wirklich gesünder?
9. Halten Sie den Abend leicht
Auch was Sie am Abend tun, beeinflusst, wie warm Ihnen nachts wird:
- Leicht essen: Ein schweres, fettiges Abendessen kurbelt die Verdauung an und erzeugt Wärme. Salat, Gemüse oder ein leichtes Fischgericht sind die bessere Wahl.
- Wenig Alkohol: Alkohol erweitert die Blutgefäße, lässt Sie stärker schwitzen und macht den Schlaf unruhiger.
- Genug trinken: Trinken Sie über den Tag verteilt ausreichend Wasser oder ungesüßten Tee, damit der Körper Flüssigkeit zum Schwitzen hat. Kurz vor dem Schlafengehen lieber nur noch kleine Schlucke, sonst müssen Sie nachts aufstehen.
- Sport früher am Tag: Anstrengendes Training am späten Abend heizt den Körper auf. Verlegen Sie es an heißen Tagen auf den Morgen.
Und wenn Sie trotz allem wach liegen: Stehen Sie nach einer Weile kurz auf, trinken Sie etwas Kühles und legen Sie sich erst wieder hin, wenn Sie müde sind. Wie Sie mit festen Ritualen besser zur Ruhe kommen, lesen Sie in unserem Schlaf Booster: 5 Tipps für besseren Schlaf.
Häufige Fragen zum Schlafen bei Hitze
Welche Temperatur ist zum Schlafen ideal?
Etwa 16 bis 18 °C. Im Hochsommer ist das selten zu erreichen. Versuchen Sie, das Schlafzimmer durch Verdunkeln am Tag und Lüften in der Nacht so kühl wie möglich zu halten.
Ist es schlecht, mit Ventilator zu schlafen?
Nein, wenn er nicht direkt auf Sie gerichtet ist. Ein direkter Luftstrom kann die Schleimhäute austrocknen und zu Verspannungen führen. Besser ist es, den Ventilator die Luft im Raum bewegen zu lassen oder ihn vor dem Schlafengehen laufen zu lassen.
Soll ich bei Hitze ohne Decke schlafen?
Viele Menschen schlafen mit einer leichten Decke besser als ganz ohne, weil sie sich zugedeckt geborgener fühlen. Eine Sommerdecke aus Daune oder Naturhaar nimmt außerdem Schweiß auf. Ein dünnes Laken ist eine Alternative, nimmt aber weniger Feuchtigkeit auf.
Welche Bettwäsche ist für heiße Nächte am besten?
Leinen, Halbleinen und Baumwoll-Perkal. Sie fühlen sich kühl an, nehmen Feuchtigkeit gut auf und trocknen schnell. Flanell, Biber und Kunstfasern sind im Sommer zu warm.
Hilft eine kalte Dusche vor dem Schlafen?
Nur kurz. Nach einer eiskalten Dusche fährt der Körper seine Wärmeproduktion hoch. Eine lauwarme Dusche kühlt länger und hilft beim Einschlafen.
Was hilft am schnellsten, wenn ich nachts vor Hitze aufwache?
Kühlen Sie Handgelenke und Füße mit kaltem Wasser, drehen Sie das Kopfkissen auf die kühle Seite und trinken Sie ein paar Schlucke Wasser. Ein Kühlakku in einem Tuch an den Füßen wirkt ebenfalls schnell.
Unser Service: das richtige Bett für den Sommer
Sie wissen nicht, ob Ihre Bettdecke für den Sommer zu warm ist, oder möchten Leinen und Perkal einmal selbst fühlen? Bei RUMÖLLER - Feine Schlafräume beraten wir Sie gern persönlich und finden gemeinsam mit Ihnen Sommerdecke und Bettwäsche, mit denen Sie auch in heißen Nächten gut schlafen. Sie finden uns in Hamburg-Blankenese (Elbchaussee 582) und im ELBE Einkaufszentrum (Osdorfer Landstraße 131). Vereinbaren Sie hier einen Beratungstermin oder rufen Sie uns an unter +49 40 860913.
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